Ruhe nach dem Sturm / Liam

Schon wieder hat es etwas längere Zeit gedauert, bis ich den nächsten Beitrag schreibe.

Warum?

Eine Woche vor Weihnachten ist eines meiner vier Kaninchen gestorben.
Das Alter hat eine große Rolle gespielt, aber man denkt da ja nicht so gerne dran.

Weihnachten habe ich gut überstanden, leckeres Essen, tolle Geschenke, der übliche Stress wie jedes Jahr.

Und am 1. Weihnachtstag finde ich meinen Pflegehund tot in meinem Wohnzimmer.

Er lebte seit Mai 2013 bei mir, kam von Rumäniens Straßen und war anfangs ein hoffnungsloser Fall. Man hat ihn nicht zum Gehen bekommen.

Liam in Deutschland
 Er wollte einfach nicht. unbeweglich lag er im Gebüsch, Panik in den Augen.

Woche für Woche besserte es sich langsam. Aus dem großen Hund, der überall getragen werden musste, wurde ein Hund, der zwar sofort bei "Gefahr" ins Gebüsch sprang, der auf den eigenen vier Beinen durch das Grün lief und langsam begann, sein Leben zu genießen.

Anfänglich wurde er auf 10 Jahre geschätzt. Beim Tierarzt kam jedoch heraus, dass er ca. 5 Jahre alt ist. Die Röntgenbilder waren alles andere als positiv, aber die Hoffnung blieb.

Liam, so nannte ich ihn, wurde selbstbewusster. Er spielte, hatte keine Angst mehr vor anderen Hunden, entwickelte sich sogar zum Rüpel, der mit seinem eigenen Kopf durch die Welt lief.

Ein Ohr abgeschnitten, der Schwanz abgeschnitten, Wolfskrallen auch und Zähne rausgeschlagen. Viele Narben im Gesicht - kein Wunder, dass er dem Menschen nicht mehr so vertraute und lieber auf seinen Instinkt achtete.

Wir wuchsen zu einem Team zusammen.

Am Montag vor Weihnachten sollte er einen Zahn gezogen bekommen - Routineuntersuchung denkt man sich.
Liam hat Zahnweh
Er wurde nicht wach. Er schlief. Er bewegte sich nicht, wollte nicht aufstehen. Ich zog ihn durch den Garten.

Zwei Stunden lang mit dem Tierarzt telefoniert, die Sorgen nehmen lassen.

Er hustete viel. Das wurde jedoch auf das Gaumensegel geschoben. Die Schlappheit darauf, dass er einer der wenigen Hunde ist, der 24 Stunden neben der Spur sein könnte.

Weihnachten ging er Gassi. Hatte jedoch Interesse an nichts. Ging sehr lustlos. Hustete weiterhin. Röchelte zwischendurch.

Ich mache mir wirklich starke Vorwürfe. Warum ich nicht darauf beharrt habe, dass es ihm nicht gut geht.

Aus dem blinden Glauben an den Tierarzt bin ich schuld an dem Tod eines Hundes, der ein Zuhause und ein schönes Leben verdient hätte.

Zu kurz war die Zeit für ihn. Es tut mir wahnsinnig leid.

ein glücklicher Liam
Ich weiß immerhin, dass er eine gute Zeit bei mir hatte. Er konnte in den knapp 8 Monaten Liebe erfahren und gewaltfrei leben. Aufblühen und das Leben genießen.

Wer seinen Werdegang in Form von Facebookbeiträgen nachlesen möchte: LIAM

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